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  • AutorenbildSina Odermatt

Beruf, Berufung, Bestimmung? Eine angeleitete Selbstreflexion mit viel #foodforthoughts

Aktualisiert: 29. Juni 2022

Achtung: Der nachfolgende Beitrag könnte in dir ein tiefgreifendes Bedürfnis nach Veränderung auslösen. I told you😉. Es handelt sich dabei nicht um einen „normalen“ Beitrag; ich leite dich mit Inputs und gezielten Fragen durch eine Selbstreflexion zum Thema "echte Berufung" finden.


ganzer Beitrag downloaden (ideal um offline damit zu arbeiten):

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Vielleicht kennen wir solche Aussagen oder glauben selbst daran:

  • „Wenn du in etwas sehr gut bist, dann ist es deine Berufung.“

  • „Wenn du genau diese Kompetenzen mitbringst, dann wird es der richtige Job für dich sein. „

  • „Wenn du super Kundenfeedbacks bekommst, dann bist du im genau richtigen Job für dich angekommen.“

Hier könnte die Story bereits zu Ende sein. Doch hier fängt sie erst richtig an. Wäre ich eine Staatsanwältin, würde ich bei solchen Aussagen oder Glaubenssätzen ins Verhör rein. Und zwar bis zum Punkt, wo wir wirklich ehrlich mit uns selbst werden.


Die Diskussion über die Themen: Beruf, Berufung, Bestimmung wird in den gängigen Foren seit Jahren geführt. Wenn ich z. B. bei Orell Füssli „Berufung“ eintippe, finde ich knapp 1000 Bücher, um meine „Berufung“ zu finden. Wir gehen täglich unserem Job nach, weil wir darin sehr wahrscheinlich gut oder sogar sehr gut sind. Wir bringen die Kompetenzen mit, die gefordert sind, erreichen im Job mit unserem Unternehmen oder unserer Abteilung unsere Ziele und erhalten Anerkennung und wertschätzendes Kundenfeedback. Wir leben also folglich unsere Berufung, richtig?


Ich persönlich würde diese Frage mit einem selbstbewussten Nein beantworten. Mit einem "Nein, da gehört noch mehr dazu". Andre Agassi, ehemaliger Tennisstar, würde mir hier sehr wahrscheinlich zustimmen. Agassi spielte nämlich nicht gerne Tennis und es machte ihn nicht glücklich, obwohl er x-facher Grand-Slam-Sieger war. Doch bevor wir weiter in die Tiefe gehen, starten wir mit einer kurzen „Ist-Analyse“ (der „blaue“ Persönlichkeitstyp oder die „Eule“ gemäss Tobias Beck freuen sich an dieser Stelle bestimmt).

Die folgenden Fragen helfen dir, für dich zu überprüfen, wie nahe du bereits an deiner sogenannten „Berufung“ bist. Berufung ist keine Utopie. Leider haben viele von uns im Laufe ihres Erziehungs- und Angleichungsprozesses den Zugang zu ihrer Einzigartigkeit, zu ihrem uniquelyYou. verloren.

Ich möchte, dass du möglichst unvoreingenommen und intuitiv an die Sache rann gehst:

  • Magst du deinen aktuellen Job?

  • Liebst du ihn?

  • Bist du gut in dem was du tust, bist du gut in deinem Job?

  • Wird deine Arbeit gebraucht – stösst du damit auf Anerkennung und Wertschätzung?

  • Liegt deine grösste Kompetenz und/oder Passion innerhalb oder ausserhalb deines Jobes?

  • Um welche Kompetenzen bzw. um welche Passion handelt es sich dabei?

  • träumst du davon, damit dein Geld zu verdienen?

  • Lässt sich das umsetzen?

  • Lässt sich deine Passion irgendwie an deinem Arbeitsplatz integrieren?

Wenn wir uns die Fragen grafisch vorstellen, landen wir bei vier möglichen „Potenzialfeldern“. Entscheide ganz intuitiv für dich, in welchem Feld du dich aktuell in deinem Job oder sogar in deinem Leben befindest. Du kannst diese Übung auch auf einzelne Tätigkeiten herunterbrechen - im Business sowie im Privatleben.

Ich würde behaupten, dass sich viele von uns im 1. Feld befinden – wir sind sehr gut in etwas, lieben aber nicht, was wir tun. Es ist leichter gesagt als getan, von Feld 1 zu Feld 2 zu gelangen. Je nach Arbeitsmarktsituation und persönlichen Umständen (Familie, Engagement, Wille, Charakter usw.) können wir nicht einfach so schnell den Job wechseln. Also stellen wir uns die Frage: Wie kann ich in meinem aktuellen Job näher ins Feld 2 rücken? Bringe ich Fähigkeiten, Talente und eine Passion aus meiner Freizeit mit, welche ich in meinem aktuellen Job integrieren kann? Vielleicht führe ich gerne Debatten oder Diskussionen und könnte in meinem Job regelmässige „Lunch-Debatten“ zu bestimmten Themen organisieren und lade mein Netzwerk und Arbeitskollegen und Kolleginnen dazu ein.


Ich möchte dir also mitgeben, dass du nicht von heute auf morgen von Feld 1 auf Feld 2 kommen musst. Wie alles im Leben ist auch dies ein Prozess. Aber du hast es definitiv selbst in der Hand, dich vom einen zum anderen Feld zu bewegen. Das Zauberwort heisst „Verantwortung“ für deine Situation und deinen Weg zu übernehmen. And you should love the process!


Ich denke, es liegt auf der Hand, dass du dich nicht unbedingt allzu lange in Feld 3 verharren solltest. Dies gilt auch für dein Privatleben, deine Freizeit. Wenn du nicht gerne kochst und es auch nicht kannst, dann überlass diese Aufgabe jemandem, der kochen liebt und die Fähigkeiten dazu mitbringt. Unsere „Schwächen“ sind häufig die „Stärken“ anderer. Umgibst du dich mit Menschen, die deine „Schwächen“ ausgleichen oder sie verstärken?


Feld Nummer 4 könnte zum Beispiel dein Hobby sein. Nehmen wir mich als Beispiel: Ich liebe es zu malen, aber ich bin nicht wirklich talentiert im Malen und habe mir auch nicht die Kompetenzen dazu angeeignet. Ich werde wohl auch nicht der nächste Picasso oder jemals damit Geld verdienen, aber es beruhigt mich und ich habe beim Malen die besten Ideen für mein Feld 2!


Es braucht nicht immer grossartige Persönlichkeitstests oder Kompetenzanalysen: jeder und jede von uns kann sich in allen Lebensbereichen und bei jeder Tätigkeit intuitiv die Frage stellen, in welchem Potenzialfeld bin ich gerade. Geniesse ich die Tätigkeit, den Vorgang? Mögen andere das Resultat? Kann ich damit etwas Gutes bewirken? Wenn du dich in deinem Job vielleicht gerade neu orientierst und Stelleninserate durchliest, versuche nicht einfach rein rational darüber "nachzudenken", sondern versuche darüber „nachzufühlen“.


Wenn du heute in Feld 1 bist, kannst du dich zum Beispiel fragen, ob du mit diesen Fähigkeiten (Können, Talente) noch andere Tätigkeiten, die vielleicht noch mehr deiner Passion entsprechen, ausüben könntest. Ich bin seit vielen Jahren in der Unternehmensberatung tätig und gebe Seminare und Workshops für Führungskräfte im mittleren und oberen Management. Trotz sehr guten Kundenfeedbacks kam ich irgendwie nie so richtig in meine volle Kraft. Ich war lange in Feld 1 und war kurz davor, alles hinzuschmeissen. Doch ich habe für mich einen Weg entdeckt, meine Passion und meine Talente mit den Bedürfnissen der Menschen (Kunden) noch stärker in meinen Arbeitsalltag zu integrieren und abzugleichen. Ich habe gespürt, dass ich Menschen noch näher begleiten möchte, noch näher dran sein möchte, noch mehr Tiefe in meinem Leben bzw. in meinem Job möchte. Heute gestalte ich meine Tagesroutine und meine Seminare und Workshops genau so, dass ich diese Passion in meinem bestehenden Job ausleben darf.


Unser erster Ausweg, wenn wir im Job nicht glücklich sind, heisst in der Regel „Kündigung“ oder im „Unglück verharren". Ich möchte dich dazu erMUTigen, bei dir selbst tiefer hinzuschauen und zuerst dein „DHARMA“ zu finden. DHARMA? Was ist das? Dein DHARMA ist deine Bestimmung, deine echte Berufung. Dharma ist ein Begriff aus dem Sanskrit („…die älteste Form ist die Sprache der Veden, einer Sammlung religiöser mündlicher Überlieferungen im Hinduismus“), den ich gerade erst in einem Buch vom Mönch Jay Shetty aufgeschnappt habe. Er meinte dazu: „Dein Dharma zu leben, ermöglicht dir, Erfüllung zu finden“. Das klingt super philosophisch, aber wenn wir das grafisch visualisieren und auf unseren Job adaptieren, macht es sofort Sinn: Dein Dharma ist die Schnittmenge von „Passion, Talent, Kompetenzen, Nützlichkeit und Mitgefühl“. Hier kommen also mit Nützlichkeit und Mitgefühl zwei weitere Kompetenzen ins Spiel, nämlich die die anderen Menschen. Dharma sagt aus, dass wir dann wirklich unsere Bestimmung leben, wenn wir unseren Nächsten/den Menschen mit unserem Wirken „dienen“ und dies mit einer inneren Haltung, die nicht darauf abzielt, etwas dafür zurückzuerhalten.

Das klingt jetzt vielleicht etwas kompliziert. Aber auch eine Führungskraft kann sich als „DIENSTleister“ sehen. Die Führungskraft dient den Mitarbeitenden und unterstützt sie in ihrem persönlichen Wachstum. Die Führungskraft dient mit ihren Services: Befähigen, Wertschätzen, Begleiten, Reflektieren, Sparringpartner sein, Coachen, Kritisieren, Anerkennen usw. Auch hier können wir uns wieder die Frage stellen, in welcher Schnittmenge wir uns aktuell befinden und wie diese Schnittmenge mit unseren Werten übereinstimmt. Was dein Dharma dir auch sagt: Du kannst nicht alles werden, was du willst. Doch du kannst alles werden, was du bist.


Für den Anfang sind wir genug Tief gekommen. Was ich dir abschliessend für den Moment auf deinen Weg mitgeben möchte: Dein Dharma MUSS ausprobiert werden! Um dein Dharma zu finden, wirst du sehr wahrscheinlich die eine oder andere Tätigkeit ausüben, die nicht deinem Dharma entspricht. Hauptsache, sie entspricht immer deinen Werten und Zielen – dann bist du schon viel näher an deinem Dharma, als du denkst. Vielleicht kommen wir bereits mit 20 Jahre in unser Dharma, vielleicht erst mit 60 Jahre. Die gute Nachricht: Wir alle können näher hinschauen, wenn wir möchten. Die schlechte Nachricht: Wen du denkst, dass du die Lösung einfach so im Aussen findest, kann ich dir auch hier voller Selbstvertrauen sagen; die Lösung ist sowas von in dir drin.


Ich freue mich, wenn du deine Gedanken in den Kommentaren lässt.

 

Ich bin Sina, Coach und Gründerin von uniquelyYou. uniquelyYou. steht für mehr Klarheit & Intuition, Achtsamkeit & Bewusstsein, mentale Stärke & Energie im Business sowie im Privatleben im Sinne von "Mindful Leadership". Ich unterstütze Menschen wie dich, zurück zu ihrem uniquelyYou. zu finden, ihren Weg zu gehen, ihr volles Potenzial zu entfalten und vor allem ihr Dharma zu leben.







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